Precision Farming bei der Grünlandnachsaat: So lassen sich Qualität und Erträge steigern

22.4.2021

Dünger ausbringen
Grünland nachsäen
Bestand bonitieren

Wer sein Grünland gut pflegt, der kann sich über hochwertiges Grundfutter und reiche Erträge freuen. Der Bestand lässt sich durch eine Nachsaat verbessern. Die teilflächenspezifische Bewirtschaftung hilft dabei, einen dichteren Pflanzenbestand zu erzielen sowie Kosten für Saatgut und Dünger zu sparen.

ISARIA Pro Active im Einsatz

Nachsaat fürs Grünland: mit Precision Farming Potentiale ausschöpfen und Resistenz erhöhen

Eine Grünlandnachsaat empfiehlt sich vor allem im Frühjahr, je nach lokalen Voraussetzungen aber auch im Herbst. Anders als bei der Neuansaat ist die Basis für eine effiziente Grünlandnachsaat eine erhaltenswerte Altnarbe, die bereits mindestens 10 % Lücken aufweist – sei es durch Trockenschäden, Wühlmäuse, Wildschweine oder andere Widrigkeiten. Die Vorteile der Nachsaat im Vergleich zur Neuansaat liegen auf der Hand: Kaum Futterausfall, geringeres Ansaat-Risiko, niedrigere Kosten, garantiert trittfeste Narbe bis hin zur Etablierung neuer Arten im Bestand. Da bei der teilflächenspezifischen Nachsaat das Saatgut präzise an der Stelle ausgebracht wird, wo es benötigt wird, lassen sich Ressourcen zudem optimal einsetzen.

Schritt für Schritt: Grünland fit machen

Zunächst wird der Zustand der Grünlandfläche je nach Jahreszeit analysiert:

Nach Begutachtung der Schäden gilt es, diese durch Striegeln, Schleppen und die Nachsaat zu beseitigen. Dabei dient das Schleppen in erster Linie der Einebnung von Erdaufwürfen, die durch Maulwürfe oder Mäuse entstanden sind. Das Striegeln eignet sich im Gegensatz dazu, Altgräser auszukämmen, die Grasnarbe zu belüften und das Grünland für die Nachsaat vorzubereiten. Die Wahl der Sorte und Nachsaatmenge richtet sich nach den örtlichen Verhältnissen und der Menge der vorgefundenen Schäden. In manchen Fällen empfiehlt sich der Einsatz von Walzen zum Rückverfestigen von hochgefrorenen Narben und der Nachsaat.

Die Frühjahres-Nachsaat erfolgt je nach Bodenfeuchte in der Vegetationszeit ab März. Allerdings sollte vermieden werden, dass der vorhandene Bestand den nachgesäten Pflanzen das Licht nimmt. Deshalb sollte die Nachsaat so früh wie möglich nach dem letzten Frost die Nachsaat erfolgen.

Auch für die Nachsaat im Herbst gibt es mehrere Argumente: Das resistentere Grünland kommt besser durch den Winter und Lücken werden bereits frühzeitig gefüllt. Es gibt aber noch einen weiteren Vorteil im Herbst: die Niederschläge über die Wintermonate. So lassen sich nach dem letzten Schnitt noch gezielt Trockenschäden beheben. Die späte Nachsaat ist insbesondere in der nördlichen Hälfte Deutschlands populär, allerdings sollte die Bodentemperatur noch mindestens 10 Grad betragen.

Grünland-Nachsaat mit dem ISARIA Precision Farming System

Bei der sensorgestützten Grünlandnachsaat lässt sich die Nachsaatmenge kontinuierlich an den Bestand anpassen. Zum Einsatz kommen dabei die Pflanzensensoren ISARIA PRO Compact oder ISARIA PRO Active, die während der Überfahrt die vitale Biomasse erfassen. Auf dieser Basis wird die Applikationsmenge berechnet und an die Nachsaatmenge ans Applikationsgerät übermittelt.

Egal, ob nach der Saison oder zur Frühjahrspflege – Teilflächen mit größeren Fehlstellen werden bevorzugt nachgesät. Auf Teilflächen mit intaktem Aufwuchs dagegen wird wertvolles Saatgut eingespart. Landwirte können dabei Minimal- und Maximalmengen sowie die durchschnittliche Aussaatmenge pro Hektar selbst festlegen. Ergebnis dieser ausgleichenden Methode ist eine gleichmäßig dichte Grasnarbe und damit gleichbleibend hohe Grundfutterqualitäten für den Betrieb. Die erhobenen Daten lassen sich anschließend bequem im Datenmanagementsystem ISARIA CONNECT verwalten.

Vorteile der teilflächenspezifischen Grünlandnachsaat:

Teilflächenspezifische Düngung fürs Grünland

Auch beim Grünland empfiehlt sich eine teilflächenspezifische mineralische oder organische Düngung. Zwischen Nachsaat und Gülledüngung sollten mindestens zwei Wochen liegen, um die jungen Keimlinge nicht zu verätzen. Es gibt zwei Möglichkeiten:

Bei der Datenverwaltung unterstützt dich einfach und effizient die kostenlose Software ISARIA CONNECT. Dabei haben Betriebe die Wahl, ob sie mit der ausgleichenden Variante einen homogenen Bestand schaffen oder mit der ertragsorientierten Variante die maximalen Erträge aus dem Grünland herausholen wollen – optimal abgestimmt auf die Flächenbeschaffenheit. In beiden Fällen wirkt sich eine optimale Düngung direkt auf die Qualität der Silage aus.

Noch Fragen zur smarten Bewirtschaftung von Grünland? Sprich uns gerne an!

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