Rapsdüngung: Erfassung des Nährstoffstatus mit dem ISARIA-Sensor bereits im Herbst für eine bedarfsgerechte Düngung im Frühjahr.

16.2.2021

Dünger ausbringen
Bestand bonitieren

Das ISARIA-System ermöglicht eine bedarfsgerechte und ressourcenschonende Rapsdüngung im Frühjahr. Dafür sollte der Rapsbestand bereits im Herbst, vor Eintritt der Winterruhe und vor dem ersten Frost, gescannt werden. Für den Rapsanbau in Deutschland – 2022 immerhin 1,2 Millionen Hektar – eröffnen sich damit wirksame Möglichkeiten, die Nährstoffversorgung effizient, wirtschaftlich und umweltfreundlich an der bestehenden Pflanzenentwicklung auszurichten.

ISARIA Pro Active im Einsatz

Raps – das gelbe Gold

Leuchtend gelbe Rapsfelder prägen das Landschaftsbild von Mai bis Juli. Die Pflanze gehört zur Familie der Kreuzblütler und entstammt einer Kreuzung aus Wildkohl und Rüben. Als wichtige landwirtschaftliche Nutzpflanze siedelt sich Raps gerne auf schweren, tief durchwurzelbaren Böden mit guter Nährstoffversorgung an. Lehmböden eignen sich gut für den Anbau. Der hohe Ölgehalt der Samenkörner macht diese Pflanze so wertvoll. Der intensive Geruch der Pflanzen erinnert an Kohl.

Aus Raps wird beispielsweise das gesunde Rapsöl gewonnen, welches in vielen Küchen Einsatz findet. In Form von Rapskuchen dient die Pflanze als fett- und eiweißreiches Futtermittel für Nutztiere wie Rinder, Schweine und Mastgeflügel.

Informationen zum Rapsanbau

Vergleich Niedrig- und Hochertragzone

In Deutschland wird vor allem Winterraps angebaut. Die Aussaat beginnt hierbei im August. Rapspflanzen sind abhängig von den klimatischen Bedingungen ein- oder zweijährig. Sie bleiben beinahe 12 Monate auf dem Feld bestehen, was bodenabwertende Brachen und Erosionen verhindert. Nach der Blüte verändert die Pflanze ihr Erscheinungsbild stark. Die Blütenstände weichen kleinen grünen Schoten, in denen die Rapskörner wachsen. Die Pflanze wirft ihre Blätter ab. Als Höchstanteil von Raps gilt laut LfL Bayern ein Richtwert von 25% in der Fruchtfolge, da Raps nicht selbstverträglich ist. Der Druck mit Fruchtfolgeschädlingen nimmt ansonsten stark zu, auch die Gefahr des Auftretens von Kohlhernie wird bei engen Fruchtfolgen mit Kreuzblütlern gefördert.

Problem der schlageinheitlichen Rapsdüngung

Bei einem erwarteten Ertrag von 40 dt/ha beträgt der N-Bedarf laut LfL Bayern etwa 200 kg/ha. Alle Teilflächen eines Ackers sind jedoch verschieden – es gibt Hoch- und Niedrigertragszonen. Schlageinheitliche Düngung führt dabei zu Unterversorgung und somit zu Ertragsverlust, Überversorgung belastet die Umwelt und verschwendet Ressourcen.

Teilflächenspezifische Rapsdüngung mit dem ISARIA-System.

Hier setzt das ISARIA-System an. Applikationsmittel werden präzise an der Stelle im Schlag ausgebracht, wo sie benötigt werden. Ausgeglichene Stickstoffbilanzen und die optimale Ausnutzung der Ertragspotentiale sind das Ergebnis.

Maximales Ertragspotential durch optimale Düngemenge

1. Erfassung des Nährstoffstatus im Herbst.

Je nach Herbstwitterung und Saatzeit kann ein Rapsbestand bereits vor der Vegetationsruhe erhebliche Mengen Stickstoff aufgenommen haben. Im Herbst hat der Winterraps nach entsprechender Vegetationszeit im besten Fall ausreichend gut bestockt. Dann kann der Nährstoffstatus von Raps mit dem Scanmodus der ISARIA-Pflanzensensoren ISARIA PRO Compact und ISARIA PRO Active erfasst werden. Diese Fahrt muss nicht ausschließlich zur Datengewinnung erfolgen. Eine Herbizidausbringung im Herbst zur Unkrautunterdrückung oder Vermeidung von Auflaufgetreide ist parallel möglich.

Die Auswertung des Scans der Rapsfläche kann im intuitiven Datenmanagement-Tool ISARIA CONNECT hochgeladen werden (z.B. per Online-Datenaustausch). Als nutzer-freundliches Tool für das zentrale Management georeferenzierter Daten ermöglicht es, teilflächenspezifische Arbeiten effizient zu managen. Im ISARIA CONNECT wird der Scan automatisch dem zuvor angelegten Schlag zugeordnet, wenn der Nutzer zuvor die Basisinformationen für seinen Betrieb angelegt hat. Nach der Eingabe von wenigen Parametern werden die Daten aus der Messfahrt im Herbst dann zu Applikationskarten für die Düngung im Frühjahr verrechnet, die zu jeder Zeit auf nutzerfreundliche Weise nochmal weiterbearbeitet werden können. ISARIA CONNECT verfügt darüber hinaus noch über viele weitere Funktionen, wie zum Beispiel die Visualisierung, Dokumentation und Analyse der ISARIA-Messdaten.

2. Rapsdüngung im Frühjahr

Auf Basis der Daten, die im Spätherbst beim Scan der Rapsflächen mit dem ISARIA-Pflanzensensoren generiert werden, können ganz einfach Applikationskarten im ISARIA CONNECT für die teilflächenspezifische und bedarfsgerechte Frühjahrsdüngung erstellt werden.

Man kann wählen, ob die Gesamtmenge auf zwei Gaben aufgeteilt werden soll und mit welchem Anteil die Gaben verteilt werden. Eine 2-Gaben-Strategie kann beispielsweise notwendig sein, um auf unterschiedliche Frostschäden bei der Auswinterung reagieren zu können. Sind die Schäden verhältnismäßig hoch, benötigt der Raps zu Beginn, also bei der 1. Gabe, viel Stickstoff, um sich rasch zu erholen. Fallen die Frostschäden geringer aus, kann die Gesamtdüngermenge zwischen erster und zweiter Gabe verteilt werden. Entscheidet man sich für eine Aufteilung der Düngermenge, werden zwei Applikationskarten exportiert. Diese können entweder direkt in einen Auftrag für das ISARIA-Terminal eingebunden und abgearbeitet werden, oder als ISOXML zur weiteren Verarbeitung mit anderen Terminals exportiert werden.

Aufgrund des starken Blattverlustes durch Frost ist eine Ableitung der Düngermenge aus der Pflanzenentwicklung im Frühjahr vor allem bei den frühen Düngeterminen häufig nicht möglich, weil die Pflanzenblätter nach einer Auswinterung keine repräsentative Aussage über den Versorgungszustand geben. Durch die Auswinterung werden oberirdische Partien durch Frost geschädigt bzw. zurückgebildet. Dies ist ein natürlicher Schutzmechanismus der Pflanze.

Genau und nutzerfreundlich in jeder Beziehung

Der Flächenscan im Herbst und die Erstellung der Applikationskarten ermöglichen eine exakte, teilflächenspezifische und damit bedarfsgerechte Nährstoffausbringung im Frühjahr bei der Rapsdüngung. Die unkomplizierte Datenverwaltung mit dem ISARIA CONNECT rundet das System ab. Durch die Aufnahme der Herbstentwicklung kann optimal auf Ertragspotentiale reagiert werden. Zudem werden Ressourcen geschont, weil exakt die Menge an Dünger ausgebracht wird, die von den Pflanzen aufgenommen bzw. verwertet werden kann.

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